Sonntag, 14. Dezember 2014

Wort vs. Bild

Intuition wird im Gehirn durch das limbische System ermöglicht. Eine Intuition wird durch Gefühl und Fantasie bewusst. Es sind gefühlte Bilder, die bewusst werden.

Es ist ein herbes Missverständnis von Religionen, Gott durch sprachliche Eingebungen des Geistes offenbaren zu wollen. Gott spricht nicht so wie die Religionen es meinen. Gott spricht allein in gefühlten Bildern.

Wer solche Bilder erfährt und sie versachlicht, verstösst radikal gegen das göttliche Wesen. Propheten sprechen von ihren Träumen, aber niemals von Gott. Gott wirkt durch die Tat, aber nicht durch das Wort. So erweist sich auch die Bibel als wohl gemeinte Sammlung individueller Vorstellungen.

Samstag, 13. Dezember 2014

Glauben Sie an Gott?

Diese durchaus immer noch gängige Frage erkundigt sich danach, wie sich jemand in seinem Leben aus- und einrichtet.

Da die meisten von uns religiös, also zum Glauben an Gott erzogen worden sind und entsprechende Vorstellungen übernommen haben, werden sie die Frage nach Gott in der Regel widerwillig beantworten. Sie zögern zwangsläufig, weil sie natürlicherweise zweifeln. Ihr Zweifeln ergibt sich aus dem Widerspruch zwischen religiöser und wissenschaftlicher Erziehung.

Dieser Widerspruch lässt sich nicht auflösen, solange Richtigkeit aufgrund wissenschaftlicher Beweise und Wahrheit aufgrund intuitiver Eingebungen gegeneinander ausgespielt werden.

Erfahrung (Empirie) und Gefühl (Intuition) sind wesentlich unterschiedene Arten und Weisen des Wahrnehmens. Sinnliches und seelisches bzw. inneres Wahrnehmen konstituieren wesentlich verschiedene Welten. Die Welt des Glaubens lässt sich nicht durch die Welt des Wissens verstehen.

Empirie und Intuition sind zwei voneinander getrennte Wahrnehmungssinne des Menschen. So ist es ein Ding der Unmöglichkeit, Gottes Existenz empirisch erfassen zu wollen.
Gottes Existenz verschliesst sich Erfahrungen, sondern offenbart sich allein Intuitionen.

Freitag, 12. Dezember 2014

Für wahr halten

Wir können allein das erleben, was durch Bewusstwerden zum Vorschein gelangt. Was wir auf diese Weise für uns zurechtgemacht erleben, halten wir für wahr. Die fantasievolle Verfremdung des Wirklichen bemerken wir gewöhnlich nicht. 

So verführen Triebe und/oder Bedürfnisse manche Menschen dazu, Geschichten von Engeln so zu fantasieren, dass sie diese selbst erleben. Ihre Fantasie verschafft ihnen beispielsweise einen Schutzengel als täglichen Begleiter. Intensiviert sich diese Fantasie hinreichend, dann wird dieser Schutz sogar als real empfunden und Erlebnisse werden dementsprechend interpretiert. Inneres Wahrnehmen bzw. Fantasieren verselbständigt sich zu einer Art religiösen Glaubens. 

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Problem des Glaubens

Das Problem des Glaubens ist das Verwechseln mit sinnlichem Wahrnehmen.

Glaube ich, was ich erlebe, oder erlebe ich, was ich glaube?

Der Gestaltpsychologe Rudolf Arnheim behauptet „Sobald wir wahrnehmen, gestalten wir auch!“ 

Fantasie ist das Vermögen, Wahrnehmungen so umzugestalten, dass wir uns behagen. Fantasie macht uns also unsere Wahrnehmungen für uns zurecht!

Fantasie erschwert das Unterscheiden zwischen sinnlichem und geistigem Erfassen.

Religionen machen sich diese Schwierigkeit zunutze, um Fantasien vom Leben nach dem Tod oder von Gottes Existenz anzuregen.

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Glauben = inneres Wahrnehmen

Ich glaube mir, d.h. an das, was in mir (und mit mir) geschieht. Was ich glaube, halte ich für wahr. Glauben wie sinnliches Wahrnehmen erfahre ich durch Bewusstwerden. 

Was ich glaube, spiegelt sich im Bewusstsein als Vorstellung. Was ich sinnlich wahrnehme, spiegelt sich im Bewusstsein als Empfinden. Ich erfahre, was ich sehe, höre, taste, rieche, schmecke.

Was ich selbst erlebe, das nehme ich mir gewöhnlich ungefragt ab.

Dienstag, 9. Dezember 2014

Glauben

Im Gegensatz zum Denken lässt sich Glauben nicht beweisen. Glauben vermag Erfahrungen nicht zu beweisen, sondern allenfalls dadurch zu überzeugen. Im Gegensatz zu Wissenschaften verfügt natürlicher Glaube nicht über Axiome. Religionen dagegen leisten sich Dogmen, um sich abzusichern.

Wenn hier von Glauben gesprochen wird, dann ist kein religiöser Glaube gemeint. Wie auch immer, die Geschichte hat uns nicht gelehrt, mit Glauben als inneres Vernehmen intuitiv gerecht umzugehen. Glauben ermöglicht nicht, sich an Begriffen zu orientieren. Glauben kennt allein Ideen, die  in Gestalt von Bildern hervorscheinen. Glauben existiert nicht aufgrund von Beweisen, sondern durch Überzeugungen. 

(Bisweilen werden Begriffe wie u.a. in Theologie, Pädagogik oder auch Politik, mit Überzeugungen vermischt und beides dadurch verflacht).

Als vernunftbegabtes Lebewesen existiert der Mensch sich wahrnehmend, fühlend, denkend und daran glaubend. Je nach Dominanz dieser Vermögen oder ihrer Mischungen schafft er sich seine Welt.
Kunst setzt Glauben und Fühlen schöpferischer Menschen ins Werk. Wissenschaft beruft sich dagegen auf empirisch überprüfbare Beweise. Glauben gründet auf Visionen. Visionäre, künstlerische und wissenschaftliche Welten existieren parallel. Gewöhnlich aber werden sie vermischt, sobald ein Wesen existiert. Reine Formen dieser Welten existieren sehr selten, so zum Beispiel in strengen beschaulichen Orden, im Tanz , in der Mathematik oder in der Musik. Problematisch wird es, sobald sich widersprüchliche Welten vermischen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn versucht wird, Glauben durch Wissenschaft zu begründen. Der in „Totzeit“ angelegte Weg, die Existenz Gottes zu beweisen, erweist sich zwangsläufig als Sackgasse. Angesichts der wissenschaftlichen Unerfahrenheit eines Sechzehnjährigen sollte das nicht verwundern. Allerdings stellt sich 46 Jahre später heraus, dass das Leitmotiv und nicht der Weg in Bezug auf den Erfolg maßgeblich bestimmend war. 

Die Erweiterung der Wesensbestimmung des vernunftbegabten Lebewesens als denkendes = glaubendes Wesen offenbart eine arg vernachlässigte, wissenschaftlich verdrängte Welt. 

Diese Offenbarung bedeutet keineswegs Kehre in Richtung Mythos, sondern vielmehr eine sich wieder holende Hinwendung zur Mystik.

Montag, 8. Dezember 2014

10. Bild


Agnostos neigt der Idee Schlegels und Hegels vom Weltgeist zu.

Die Seele ist eingebettet in das lichte Feld dieses Geistes.

Aber Agnostos fragt sich, warum er letztzlich diese Zuneigung nicht für sich annehmen kann.